Das Wichtigste auf einen Blick
- Der MACD misst die Differenz zwischen zwei Exponential Moving Averages und eignet sich damit sowohl für die Trenderkennung als auch für die Momentumanalyse.
- Händler nutzen drei MACD-Signale: Linienkreuzungen, überkaufte oder überverkaufte Histogramme und Kursdivergenzen.
- Der MACD funktioniert am besten in Kombination mit mindestens einem anderen Indikator, da er in Seitwärtsmärkten Fehlsignale erzeugen kann.
In diesem Artikel
Was ist MACD?
MACD steht für Moving Average Convergence/Divergence und ist ein Indikator, den Händler verwenden, um die Richtung und Stärke eines Preistrends zu identifizieren. Entwickelt von Gerald Appel in den späten 1970er Jahren, hat er sich zu einem der am häufigsten verwendeten Werkzeuge in der technischen Analyse für Aktien, Kryptowährungen, Optionen und andere Wertpapiere entwickelt.
Der MACD besteht aus drei Komponenten:
- MACD-Linie: 12-Tage-EMA minus 26-Tage-EMA
- Signallinie: 9-Tage-EMA der MACD-Linie
- MACD-Histogramm: MACD-Linie minus Signallinie
In den Beispielen unten ist die blaue Linie die MACD-Linie. Die orangefarbene Linie ist die Signallinie und die roten Kerzen bilden das Histogramm. Alle drei Komponenten können einzeln oder kombiniert für Handelsstrategien eingesetzt werden.
Den Trend erkennen
Den MACD-Indikator können Sie auf folgende einfache Weise ablesen:
- Bei einem Aufwärtstrend liegt die Signallinie unterhalb der MACD-Linie.
- Bei einem Abwärtstrend liegt die Signallinie oberhalb der MACD-Linie.
Aufwärtstrend

Abwärtstrend

Handelsstrategien mit dem MACD-Indikator
Der MACD-Indikator lässt sich in vielen Handelsstrategien einsetzen. Im Folgenden finden Sie drei gängige Beispiele, mit denen Sie sofort selbst arbeiten können.
MACD-Crossover
Anhand des MACD-Indikators können Sie erkennen, ob sich ein Asset in einem Aufwärts- oder Abwärtstrend befindet, indem Sie schauen, welche Linie oben liegt. Bei der MACD-Crossover-Strategie nutzen Sie den Moment, in dem sich die Linien kreuzen, als Einstiegssignal für eine Long- oder Short-Position.
Im Bild unten markieren die grünen Pfeile Momente für Long-Einstiege und die roten Pfeile zeigen Momente für Short-Einstiege an.

Wenn Sie genau hinschauen, sehen Sie, dass sich die Linien häufiger kreuzen, als Kauf- und Verkaufssignale gegeben werden. Wie bei vielen Indikatoren ist es ratsam, einen Filter zu verwenden, um Fehlsignale zu reduzieren. Bei dieser Strategie gehen Sie nur short, wenn beide Linien oberhalb der 0-Achse liegen, und nur long, wenn beide Linien unterhalb der 0-Achse liegen.
Überkauft und überverkauft
Der MACD-Indikator ist nicht nur ein Trendindikator, sondern auch ein nützliches Werkzeug, um festzustellen, ob ein Asset überkauft oder überverkauft ist. Überkauft bedeutet, dass der Preis eines Assets in letzter Zeit zu schnell gestiegen ist. Überverkauft ist das genaue Gegenteil. Wenn ein Asset eines dieser Extreme erreicht, besteht eine gute Chance, dass sich der Preis bald umkehrt.
Um das MACD-Histogramm dafür zu nutzen, zeichnen Sie zwei Grenzlinien auf den Niveaus, auf denen das Histogramm normalerweise seine Spitzen erreicht. Die obere Linie markiert den Bereich, in dem der Asset steigt; die untere Linie markiert den Bereich, in dem er fällt.

Wie oben gezeigt, überstieg das Histogramm kurz die normale Obergrenze, bevor eine scharfe Abwärtsbewegung folgte. Dieses Signal für eine Short-Position zu nutzen, hätte einen Gewinn ergeben.
Divergenz
Sie können den MACD auch verwenden, um zu beurteilen, ob ein Trend noch genug Momentum hat. Ein zweites Top im Kurschart kombiniert mit einem niedrigeren MACD-Signallinen-Top weist auf eine bearishe Divergenz hin und signalisiert, dass der Aufwärtstrend an Kraft verliert. Ein zweites Tief in einem Abwärtstrend kombiniert mit einem höheren MACD-Signallinen-Tief weist auf eine bullishe Divergenz hin.
Bullishe Divergenz

Bearishe Divergenz

In beiden Fällen folgte auf die Divergenz eine Kursbewegung in die entgegengesetzte Richtung. Wie bei jeder anderen Strategie der technischen Analyse wird ein Signal stärker, wenn es durch einen zweiten Indikator oder die Kursbewegung selbst bestätigt wird.
Vorteile und Einschränkungen
Der MACD ist aus guten Gründen beliebt, hat aber auch reale Einschränkungen, die es wert sind, bekannt zu sein.
Vorteile:
- Vielseitig: geeignet für Trenderkennung, Momentummessung und das Erkennen potenzieller Trendumkehrungen.
- Visuelle Klarheit: das Histogramm macht es auf einen Blick sichtbar, ob das Momentum zu- oder abnimmt.
- Weit verbreitet: auf jeder großen Charting-Plattform ohne zusätzliche Einrichtung verfügbar.
Einschränkungen:
- Nacheilender Indikator: da der MACD auf Moving Averages basiert, reagiert er auf Kursveränderungen, anstatt sie vorherzusagen.
- Fehlsignale in Seitwärtsmärkten: wenn sich der Kurs horizontal bewegt, kreuzen sich die MACD-Linien häufig, ohne eine bedeutungsvolle Bewegung zu erzeugen.
- Am besten mit Bestätigung: sich ausschließlich auf den MACD zu verlassen, erhöht das Risiko, auf ein Fehlsignal einzusteigen.
Fazit
Der MACD-Indikator ist eines der zuverlässigsten Werkzeuge in der technischen Analyse, wenn er richtig eingesetzt wird. Er gibt Händlern in einem einzigen Indikator ein klares Bild von Trendrichtung, Momentum und potenziellen Trendumkehrungen. Kombinieren Sie MACD-Signale stets mit mindestens einem anderen Indikator wie dem RSI oder der Volumenanalyse und wenden Sie einen Filter an, um Rauschen in seitwärts gerichteten Märkten zu reduzieren.
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