Ein All-Time Low markiert den niedrigsten Preis, den ein Coin, ein Token oder ein gesamtes Portfolio seit Beginn des Handels je erreicht hat, und bildet damit den Boden, an dem jeder andere Preispunkt gemessen wird. Da All-Time High und ATL die beiden Extreme der Preisgeschichte eines Assets darstellen, werden sie oft gemeinsam genannt, um zu beschreiben, wie stark ein Markt geschwankt hat.
Ein ATL zu bestimmen ist nicht immer einfach. Bei einem Asset wie Bitcoin, dessen früheste Trades im Jahr 2010 einen Bruchteil eines Cents wert waren, lässt sich der Rekord leicht festlegen, weil es einen klaren Startpunkt gibt. Bei premined oder privat verkauften Token ist das schwieriger: Frühe Investoren kaufen mitunter zu einem Preis weit unter allem, was die Öffentlichkeit je zu sehen bekommt, weshalb Börsen und Datenanbieter ein ATL meist anhand des niedrigsten Tagesschlusskurses auf öffentlichen Märkten festlegen und nicht anhand einer privaten Zuteilung.
Ein neues ATL wird in der Regel als bärisches Signal gewertet, häufig ausgelöst durch negative Nachrichten, einen breiteren Marktabschwung oder schwindendes Vertrauen in ein bestimmtes Projekt. Terras LUNA ist ein oft zitiertes Beispiel: Nachdem der algorithmische Stablecoin im Mai 2022 seine Bindung verlor, stürzte LUNA innerhalb weniger Tage von über 80 Dollar auf nahezu null ab und erholte sich auch nach einem Rebranding nie wieder. Nicht jedes ATL ist jedoch endgültig. Cardano erreichte sein eigenes ATL im März 2020, bevor es sich im darauffolgenden Bullenmarkt kräftig erholte, weshalb manche Trader ein frisches Tief als mögliche Kaufgelegenheit betrachten, während andere darin eine Warnung sehen, sich fernzuhalten.
Da der Kontext von Projekt zu Projekt stark variiert, erzählt ein ATL allein selten die ganze Geschichte; es wird meist zusammen mit Handelsvolumen, den Fundamentaldaten des Projekts und dem Grund für den Rückgang betrachtet.