Bitconnect war eine 2016 gestartete Lending-Plattform, die ihren eigenen Token, BCC, mit einem Anlagemodell verband, das außergewöhnliche, nahezu garantierte tägliche Auszahlungen versprach. Anleger zahlten Bitcoin ein, wechselten es in BCC um und legten es im "Lending"-Programm der Plattform fest, das angeblich Gewinne durch einen proprietären Trading-Bot erzielte, der Marktvolatilität zwischen Exchanges ausnutzte.
In Wirklichkeit wurde nie eine glaubwürdige Trading-Aktivität nachgewiesen. Die Auszahlungen an frühe Anleger stammten größtenteils aus den Einzahlungen neuer Teilnehmer, das kennzeichnende Merkmal eines Ponzi-Systems. Bitconnect trieb sein Wachstum durch ein aggressives Empfehlungsprogramm voran, das bestehende Mitglieder für das Anwerben neuer Einzahlungen belohnte, eine Struktur, die Aufsichtsbehörden später als Multi-Level-Marketing auf Basis nicht registrierter Wertpapiere beschrieben. Auf ihrem Höhepunkt Ende 2017 überstieg die Marktkapitalisierung von BCC 2 Milliarden Dollar, und lautstarke YouTube-Promoter befeuerten eine Welle von Privatanlegerkäufen.
Das System brach im Januar 2018 zusammen, nachdem die Wertpapieraufsichten von Texas und North Carolina Unterlassungsverfügungen erließen. Bitconnect stellte sein Lending-Programm und die Exchange abrupt ein, und der BCC-Kurs stürzte innerhalb eines Tages um mehr als 90% ab, wodurch der Großteil der Anlegergelder sofort vernichtet wurde, ein Lehrbuchbeispiel für einen Rugpull. Die US-Börsenaufsicht SEC klagte später Gründer Satish Kumbhani und Top-Promoter Glenn Arcaro an, einen Betrug von über 2 Milliarden Dollar orchestriert zu haben; Arcaro bekannte sich schuldig, während Kumbhani 2022 angeklagt wurde und weiterhin flüchtig ist, vermutlich versteckt in Indien.
Bitconnect gilt heute weithin als Paradebeispiel für Krypto-Ponzi-Systeme, ein warnender Bezugspunkt, wann immer nicht tragfähige Festrenditeversprechen wieder auftauchen.