Eine DApp, kurz für dezentrale Anwendung, ist Software, deren Kernlogik auf einer Blockchain läuft statt auf Servern, die einem einzelnen Unternehmen gehören. Statt einer zentralen Instanz zu vertrauen, die Daten speichert und Regeln durchsetzt, überträgt eine DApp diese Aufgaben an Smart Contracts, die on-chain bereitgestellt werden: Code, der exakt so ausgeführt wird, wie er geschrieben wurde, und der nach der Veröffentlichung nicht heimlich geändert, angehalten oder von einer einzelnen Partei zensiert werden kann.
Die meisten DApps bestehen aus drei Ebenen: einem Blockchain-Backend, das den Zustand speichert und Transaktionen verarbeitet, einem oder mehreren Smart Contracts, die die Regeln der Anwendung festlegen, und einem Frontend, oft eine gewöhnliche Website oder mobile Oberfläche, gebaut mit vertrauten Werkzeugen wie JavaScript, über das Nutzer mit dem Contract interagieren. Nutzer verbinden dabei meist eine Krypto-Wallet, um Transaktionen zu signieren, und jede Aktion, ein Swap, eine Abstimmung, ein Gebot, wird im Ledger festgehalten statt in einer privaten Datenbank.
Das Konzept reicht weit über Finanzanwendungen hinaus. Bekannte Beispiele sind die dezentrale Börse Uniswap, der NFT-Marktplatz OpenSea sowie Spiele wie Axie Infinity und Decentraland, in denen Ingame-Gegenstände und virtuelles Land als Token existieren, die dem Spieler tatsächlich gehören. Die Verwaltung einer DApp wird manchmal über eine DAO an die Community übergeben, und viele DApps speichern große Dateien off-chain auf Netzwerken wie IPFS, während nur kritische Logik und Eigentumsnachweise auf der Blockchain selbst verbleiben, meist auf Ethereum und dessen Layer-2-Netzwerken.
Da Smart-Contract-Code nach der Bereitstellung nur schwer zu ändern ist, können Fehler oder Exploits teuer werden, und anders als bei einer klassischen App gibt es selten ein Unternehmen, das eine Transaktion rückgängig machen oder eine Rückerstattung anbieten kann.