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Emission

Emission bezeichnet den Mechanismus, mit dem eine Blockchain neue Einheiten ihres nativen Assets erzeugt und in Umlauf bringt. Anders als eine Dividende eines Unternehmens oder die Entscheidung einer Zentralbank über die Geldmenge, ist die Emission direkt in den Konsensregeln des Protokolls festgelegt und nicht von einem Unternehmen oder Gremium abhängig.

Proof-of-Work-Netzwerke geben neue Coins meist als Block Reward an Miner aus. Bitcoin ist das klarste Beispiel: Der Reward startete 2009 bei 50 BTC pro Block und halbiert sich etwa alle vier Jahre, zuletzt auf 3,125 BTC nach dem Halving im April 2024, wobei die nächste Reduzierung auf 1,5625 BTC um 2028 erwartet wird. Diese stufenweise Kurve senkt die Emission von Bitcoin nach einem festen Zeitplan, bis die Obergrenze von 21 Millionen etwa im Jahr 2140 erreicht ist.

Ethereum zeigt ein anderes Modell. Validatoren erhalten neu ausgegebenes ETH als Staking-Reward, während gleichzeitig ein Teil der Transaktionsgebühren verbrannt wird. Übersteigt das Verbrennen die Ausgabe, kann die Gesamtsupply zeitweise deflationär werden; bei niedriger Netzwerkaktivität und geringem Burn übertrifft die Emission den Burn, und die Supply gleitet in eine milde Netto-Inflation, ein Gleichgewicht, das sich seit dem Merge 2022 in beide Richtungen verschoben hat.

Nicht jedes Asset folgt einer programmierten Kurve. Viele Stablecoins werden bei Bedarf gegen Reserven geprägt statt nach einem festen Emissionsplan, und manche Governance-Token nutzen eine feste jährliche Inflationsrate oder ein allmählich sinkendes Ausgabetempo statt einer harten Obergrenze. Da die Emission direkt die künftige Circulating Supply und Verwässerung bestimmt, gehört sie zu den ersten Faktoren, die Analysten bei der Bewertung der langfristigen Tokenomics eines Projekts prüfen.