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Emission Rate

Emission Rate beschreibt, wie schnell ein Blockchain-Protokoll neue Einheiten seines nativen Assets in Umlauf bringt, und dieses Tempo ist im Code des Netzwerks festgelegt, nicht von einem Unternehmen oder einer Zentralbank. Da die Regel im Protokoll selbst verankert ist, kann jeder genau berechnen, wie viele Coins bei einer bestimmten Blockhöhe oder zu einem bestimmten Datum existieren werden, weshalb das Auftragen dieser Werte die sogenannte Emissionskurve ergibt.

Die meisten Designs folgen einem von einigen Mustern. Bitcoin verwendet einen disinflationären Zeitplan: Die Blockbelohnung für Mining-Knoten wird alle 210.000 Blocks, also etwa alle vier Jahre, halbiert. Sie fiel von 50 BTC beim Start auf 3,125 BTC nach dem Halving im April 2024, wobei die nächste Reduzierung auf 1,5625 BTC für etwa 2028 erwartet wird. Die Ausgabe schrumpft weiter entlang dieser Stufenkurve, bis sie sich der Marke von null nähert, nahe Bitcoins 21 Millionen Maximum Supply, die für etwa das Jahr 2140 prognostiziert wird. Ethereum zeigt ein anderes, dynamischeres Modell: Nach dem Wechsel zu Proof of Stake im Jahr 2022 sank die Basisausgabe um rund 90 Prozent und wird nun teilweise durch Transaktionsgebühren ausgeglichen, die verbrannt statt ausgezahlt werden, sodass die Netto-Emission je nach Netzwerkaktivität zwischen leichter Inflation und kurzen Deflationsphasen schwankt, anstatt einer festen Kurve zu folgen.

Eine steile oder schrumpfende Emission Rate wird oft als Knappheitssignal beworben, kann jedoch auch frühe Belohnungen bei frühen Teilnehmern konzentrieren und, wenn die Ausgabe zu schnell sinkt, den Anreiz schwächen, das Netzwerk weiter abzusichern. Dieser Zielkonflikt ist der Grund, warum manche Projekte eine kleine dauerhafte "Tail Emission" einführen, anstatt die Belohnungen auf null sinken zu lassen. Beim Vergleich von Coins zählt die Form der Emissionskurve mindestens so sehr wie die letztendliche Supply-Obergrenze, da zwei Assets mit identischer Obergrenze kurzfristig sehr unterschiedlich wachsen können.