Ein Liquidity Pool funktioniert, indem zwei (manchmal auch mehr) Token in einem einzigen Smart Contract zusammengeführt werden, wobei ein Automated Market Maker-Algorithmus den Wechselkurs zwischen ihnen allein anhand des Verhältnisses der Reserven festlegt. Die gängigste Variante, die Constant-Product-Formel (x mal y gleich k), sorgt dafür, dass jeder Trade das Gleichgewicht der beiden Assets verschiebt und den Preis entlang einer festen Kurve bewegt, ganz ohne Orderbuch oder passenden Gegenpart.
Jeder kann Liquidity Provider werden, indem er einen gleichwertigen Betrag beider Token einzahlt. Im Gegenzug erhält man LP-Token, die den eigenen Anteil am Pool repräsentieren und zu einem proportionalen Anteil der Handelsgebühren berechtigen, meist zwischen 0,05% und 1% pro Swap, je nach Protokoll und Pool-Typ. Dieses Modell, das von frühen AMMs eingeführt und von Plattformen wie Uniswap verfeinert wurde, ersetzte die Rolle klassischer Market Maker durch Code und offene Teilnahme und wurde damit neben Lending und Yield Farming zu einem zentralen Baustein von DeFi.
Das größte Risiko ist Impermanent Loss: Wenn die Preise der beiden Token nach der Einzahlung auseinanderlaufen, gleichen Arbitrage-Trader den Pool zulasten des Providers aus, sodass dieser am Ende weniger Wert besitzt, als hätte er die Assets einfach gehalten. Stablecoin- und korrelierte Asset-Pools tragen deutlich weniger dieses Risikos, während volatile Paare die Gebühreneinnahmen komplett aufzehren können. Fehler im Smart Contract und Depegging-Ereignisse erhöhen das Risiko zusätzlich, weshalb die Wahl des Pools genauso wichtig ist wie die angebotene Rendite.