Permabull ist ein Kofferwort aus "permanent" und "bull" (Bulle) und bezeichnet einen Investor, Trader oder Kommentator, dessen Ausblick bedingungslos optimistisch bleibt, egal was der Markt tatsächlich tut. Der Begriff stammt aus der traditionellen Finanzwelt, wo er oft, manchmal spöttisch, auf Wall-Street-Strategen angewendet wurde, die auch mitten in Abwärtsphasen weiter steigende Kurse prognostizierten. Der Ökonom Ed Yardeni ist eines der bekanntesten Beispiele: Er nimmt den Spitznamen offen an und argumentiert, dass das Setzen auf steigende Märkte über die letzten Jahrzehnte häufiger richtig als falsch war.
Im Krypto-Bereich deutet ein Permabull fast jede Nachricht, sei es regulatorischer Druck, der Zusammenbruch einer Exchange oder ein scharfer Kursrutsch, letztlich als Grund, warum die Preise steigen werden. Während des langgezogenen Crashs 2018 und erneut 2022 beharrten Permabulls darauf, dass eine Erholung unmittelbar bevorstehe, während Bitcoin und Altcoins weiter fielen, und am Ende behielten sie recht, als neue Bullenmärkte folgten. Diese Erfolgsbilanz erklärt zum Teil, warum sich die Haltung hält: Krypto-Zyklen haben Geduld historisch häufiger belohnt als Panik, auch wenn ein einzelner Permabull jahrelang danebenliegen kann.
Der Nachteil ist ein Verlust an Objektivität. Ein Permabull kann echte Warnsignale ignorieren, sich weigern, Gewinne mitzunehmen, oder Verlustpositionen rein aus Überzeugung statt aus Analyse aufstocken. Der Begriff wird oft zusammen mit seinem Gegenstück, dem Permabear, verwendet und taucht heute überall in den Krypto-Social-Media auf, sowohl als Kritik an blindem Optimismus als auch, selbstironisch, von Tradern, die zugeben, dass sie einfach nicht lange bearish bleiben können.