Ein Peg legt einen Zielwechselkurs fest, an den sich ein Asset gegenüber einem Referenzwert halten soll, und das Konzept gab es schon Jahrzehnte vor Krypto: Zentralbanken koppeln seit langem nationale Währungen an den US-Dollar oder Gold, um Handel und Preise vorhersehbar zu halten. Blockchain-Systeme greifen dieselbe Idee auf, ersetzen das Eingreifen der Zentralbank jedoch durch Smart Contracts, Reserveverwalter oder algorithmische Regeln.
Die meisten Krypto-Pegs lassen sich einem von drei Designs zuordnen. Fiat-gedeckte Stablecoins wie USDC und USDT halten Bargeld und kurzfristige Treasury Bills in Höhe der im Umlauf befindlichen Token, und autorisierte Teilnehmer können sie 1:1 beim Emittenten prägen oder einlösen, ein Arbitragekreislauf, der den Kurs immer wieder zum Zielwert zurückzieht, sobald er abweicht. Krypto-besicherte Stablecoins wie DAI verlangen von Nutzern, mehr Wert in ETH oder anderen Assets zu hinterlegen als die geprägte Menge, oft 150% oder mehr, damit der Puffer Kursschwankungen abfedern kann, bevor der Peg bricht. Algorithmische Designs, die einen Kurs allein über Anreize statt über Reserven halten wollen, haben sich als deutlich unzuverlässiger erwiesen; der Zusammenbruch von TerraUSD 2022 bleibt das eindrücklichste Beispiel. Pegs kommen auch außerhalb von Stablecoins vor, etwa bei Wrapped Tokens, die den Preis eines Assets auf einer anderen Chain nachbilden sollen.
Nicht jeder Peg wird mit derselben Strenge durchgesetzt. Ein "harter" Peg verspricht jederzeit exakte Einlösbarkeit, während ein "weicher" Peg kleine, vorübergehende Abweichungen vom Zielwert toleriert. Wenn Marktstress, eine Welle von Rücklösungen oder ein fehlerhafter Mechanismus den Kurs deutlich von seinem Anker wegdrückt, spricht man von einem Depeg, einem Ereignis, das von einem kurzen Ausschlag bis zum dauerhaften Wertverlust reichen kann.