Proof of Personhood löst ein Problem, das pseudonyme Blockchains allein nicht lösen können: den Nachweis, dass eine Wallet von genau einem einzigartigen Menschen kontrolliert wird und nicht von einem Bot oder jemandem, der hunderte Wegwerf-Adressen erstellt hat. Anstatt eine rechtliche Identität zu prüfen, stellen die meisten Verfahren ein portables, oft datenschutzfreundliches Credential aus, das belegt, dass eine Wallet eine Eindeutigkeitsprüfung bestanden hat. So kann eine App "eine Person, ein Account" vertrauen, als leichtgewichtige Ergänzung zu Digital-Identity-Systemen, ohne zu erfahren, um wen es sich tatsächlich handelt.
Die Methode mit der höchsten Sicherheit basiert auf Hardware-Biometrie. World ID, entwickelt von Tools for Humanity (dem Worldcoin-Projekt von Sam Altman), scannt die Iris eines Nutzers mit einem kugelförmigen Gerät namens "Orb" und wandelt sie in einen eindeutigen Code um, der doppelte Registrierungen erkennt, ohne das Rohbild zu speichern. Es gibt auch niedrigschwelligere, nicht-biometrische Alternativen: BrightID baut ein bestätigtes soziales Netzwerk aus Verbindungen auf, während Gitcoin Passport kleinere Vertrauenssignale wie verifizierte Social-Media-Konten und Wallet-Alter zu einem Gesamtscore zusammenführt.
Anwendungsfälle sind unter anderem faire Token-Airdrops, die Sybil-Attack-Farmen aussortieren, One-Person-One-Vote-Governance, Quadratic-Funding-Runden und vorgeschlagene Pilotprojekte für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Im Jahr 2026 richtet World Proof of Personhood zunehmend auch darauf aus, Menschen zu verifizieren, die mit KI-Agenten interagieren, da automatisierte Bots online immer häufiger echte Nutzer imitieren.
Die Kompromisse spiegeln den jeweiligen Ansatz wider: Die Erfassung biometrischer Daten wirft Bedenken hinsichtlich Zentralisierung und Überwachung auf und hat in mehreren Ländern zu regulatorischem Gegenwind geführt, während Methoden auf Basis sozialer Netzwerke weiterhin anfällig für Kollusionsringe und bezahlte Identitätsfarmen sind.