Der Name tauchte im Oktober 2008 auf einer Kryptografie-Mailingliste auf, verbunden mit einem neunseitigen Paper, das ein Peer-to-Peer-Zahlungssystem ohne Bank oder zentrale Instanz beschrieb. Wenige Monate später veröffentlichte derselbe Autor die ursprüngliche Software und schürfte den Genesis Block im Bitcoin-Netzwerk, wodurch die Blockchain ab Block null begann.
Rund zwei Jahre lang postete Nakamoto in Foren, tauschte E-Mails mit frühen Cypherpunks und Entwicklern aus und behob sogar Fehler im Code, während kaum persönliche Details preisgegeben wurden. Einer der wenigen bekannten Kontakte war Hal Finney, ein Kryptograf, der die allererste Bitcoin-Transaktion direkt aus Nakamotos Wallet erhielt. Im Frühjahr 2011 verstummten die Nachrichten, die letzte bekannte Mitteilung an einen Entwickler besagte, Nakamoto habe sich "anderen Dingen zugewandt". Die Verantwortung für die Weiterentwicklung ging danach an Gavin Andresen und das Team über, aus dem das heutige Bitcoin Core hervorging.
Blockchain-Analysen früher Mining-Muster deuten darauf hin, dass Nakamotos Adressen etwa eine Million Bitcoin enthalten, im Wert von zig Milliarden Dollar, von denen nie etwas bewegt wurde. Genau dieses Schweigen nährt den Mythos: Mehrere Personen, darunter Craig Wright und zuletzt der Kryptograf Adam Back, wurden genannt oder erhoben selbst Anspruch auf die Identität, doch niemand hat den kryptografischen Beweis erbracht, etwa eine mit dem Genesis-Schlüssel signierte Nachricht, den die Community akzeptieren würde. Gerichte und Forscher haben bislang jede dieser Behauptungen zurückgewiesen oder blieben unüberzeugt, sodass Nakamotos Identität eines der langlebigsten ungelösten Rätsel des Internets bleibt.