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Leveraged Tokens

Technisch besteht ein Leveraged Token meist aus einem Korb von Perpetual-Futures-Positionen, die die ausgebende Exchange stellvertretend für den Trader verwaltet, sodass der Kauf des Tokens genauso einfach ist wie der Kauf jedes anderen Spot-Assets. Statt Margin zu hinterlegen und eine Position zu überwachen, besitzt der Inhaber einfach einen Token, dessen Wert einem Vielfachen der täglichen Rendite der zugrunde liegenden Coin folgt.

Um die Hebel-Ratio nahe am Zielwert zu halten, rebalanciert der Emittent die zugrunde liegenden Futures-Positionen, üblicherweise einmal täglich zu einer festen Uhrzeit und zusätzlich, wenn sich der Kurs des Basiswerts stark bewegt, meist um etwa 10 Prozent. Gewinne werden genutzt, um mehr Exposure aufzubauen, während Verluste eine Verkleinerung der Position auslösen. Manche Exchanges, darunter die BLVT-Serie von Binance, verwenden statt eines festen Multiplikators eine variable Hebel-Bandbreite, etwa grob 1,5x bis 3x, gezielt um den durch dieses Rebalancing entstehenden Renditeverlust abzufedern.

Dieser Effekt, bekannt als Volatility Decay, ist der zentrale Nachteil des Produkts. Da sich Renditen täglich verzinsen, kann ein 3x Token in einer volatilen Woche an Wert verlieren, selbst wenn der Basiswert exakt dort endet, wo er begonnen hat, weil das Rebalancing in jedem Zyklus faktisch niedrig verkauft und hoch kauft. Zusätzlich zum Decay zahlen Inhaber gewöhnliche Handelsgebühren sowie exchange-spezifische Zeichnungs-, Rücknahme- und tägliche Verwaltungsgebühren, die die Rendite umso stärker schmälern, je länger eine Position gehalten wird.

Aus diesen Gründen werden Leveraged Tokens vor allem für Intraday- oder kurzfristige richtungsgebundene Wetten in trendstarken Märkten eingesetzt und nicht als Buy-and-Hold-Instrument, und sie bergen reales Verlustpotenzial, obwohl sie die formale Liquidation-Mechanik des klassischen Margin Trading ausschalten.