Die Marktkapitalisierung wird berechnet, indem der aktuelle Preis einer Coin mit dem Circulating Supply multipliziert wird: der Anzahl an Coins, die tatsächlich verfügbar sind und am offenen Markt gehandelt werden. Das Ergebnis ist ein einzelner Dollarwert, der es Tradern erlaubt, Projekte mit sehr unterschiedlichen Stückpreisen fair zu vergleichen, denn eine Coin zu $0,01 kann in Summe leicht mehr wert sein als eine Coin zu $100.
Die Kennzahl wird sowohl für einzelne Assets als auch für den gesamten Kryptomarkt verwendet. Analysten teilen Coins häufig in Large-Cap, Mid-Cap und Small-Cap ein, eine Einteilung, die der Verwendung des Streubesitzes zur Bewertung von Unternehmen an der Börse ähnelt. Large-Cap-Coins wie Bitcoin und Ethereum sind in der Regel liquider und weniger volatil als Small-Cap-Token, bei denen schon eine moderate Kauf- oder Verkaufsorder den Preis stark bewegen kann.
Die Marktkapitalisierung hat klare Grenzen. Da nur zirkulierende Coins gezählt werden, kann sie das tatsächliche Verwässerungsrisiko unterschätzen, wenn ein großer Teil des Supplys in Vesting-Verträgen gebunden ist und erst später freigegeben wird; das vollständigere Bild liefert die Fully Diluted Valuation. Zudem geht die Kennzahl davon aus, dass jede zirkulierende Coin zum zuletzt gehandelten Preis verkauft werden könnte, was bei dünn gehandelten Assets selten zutrifft, und sie lässt sich durch Wash Trading oder durch einen Token verzerren, der bewusst mit einem kleinen anfänglichen Float gestartet wird.
Trotz dieser Einschränkungen bleibt die Marktkapitalisierung der meistgenutzte Maßstab, um Kryptowährungen einzuordnen und zu erkennen, wie sich der breitere Markt zwischen Risk-on- und Risk-off-Phasen bewegt.