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Market Sell

Wenn ein Trader einen Market Sell platziert, weist er die Exchange an, die Order sofort gegen die aktuell im Buch stehenden Kauforders auszuführen, statt auf einen bestimmten Preis zu warten. Der Trade wird als "Taker" ausgeführt: Er matcht zuerst mit dem höchsten verfügbaren Gebot und arbeitet sich dann durch niedrigere Gebote, bis der gesamte Betrag verkauft ist.

Da der Ausführungspreis vollständig von der bestehenden Nachfrage im Orderbuch abhängt, kann ein Market Sell bei einem dünn gehandelten oder illiquiden Paar spürbar unter den zuletzt gehandelten Preis fallen. Diese Differenz zwischen erwartetem und tatsächlichem Ausführungspreis nennt man Slippage, und sie wächst mit der Ordergröße: Ein kleiner Verkauf berührt kaum das höchste Gebot, während ein großer Verkauf mehrere Preisebenen durchlaufen und den durchschnittlichen Ausführungspreis deutlich drücken kann.

Market Sells sind sinnvoll, wenn Geschwindigkeit wichtiger ist als der Preis, etwa beim schnellen Schließen einer Position während hoher Volatilität oder als Reaktion auf aktuelle Nachrichten. Die meisten Exchanges verlangen zudem höhere "Taker"-Gebühren für Market Orders als für Limit Orders, da Market Orders Liquidität entnehmen statt sie hinzuzufügen.

Bevor man eine Order platziert, lohnt sich ein Blick auf die Tiefe des Orderbuchs rund um das aktuelle Gebot, um die zu erwartende Slippage abzuschätzen. In dünnen Märkten liefert das Aufteilen eines großen Verkaufs in kleinere Teile, oder die Verwendung einer Limit Order, in der Regel einen besseren Durchschnittspreis.