Wenn ein Trader eine Put-Option kauft, erwirbt er im Grunde eine Versicherung gegen einen fallenden Preis: Der Kontrakt sichert schon heute einen festen Verkaufspreis, der später genutzt werden kann, egal wie weit der Markt fällt. Für diesen Schutz zahlt der Käufer eine einmalige Prämie an den Verkäufer der Option (den "Stillhalter"), der sich verpflichtet, den Basiswert zum Ausübungspreis (Strike) zu kaufen, falls der Inhaber sich zur Ausübung entscheidet.
Crypto-Börsen, die Optionen anbieten, etwa Deribit, nutzen meist europäische Kontrakte: Diese können nur am Verfallstag ausgeübt werden statt jederzeit davor, und sie werden in Cash oder einem Stablecoin abgerechnet statt durch Lieferung des zugrunde liegenden Coins. Eine Put-Option wird profitabel, also "im Geld", sobald der Marktpreis um mehr als die gezahlte Prämie unter den Ausübungspreis fällt; bleibt der Preis darüber, verfällt die Option einfach wertlos und der Verlust des Käufers bleibt auf die gezahlte Prämie begrenzt.
Trader nutzen Put-Optionen für zwei Hauptzwecke. Spekulanten kaufen sie, um von einem erwarteten Preisrückgang zu profitieren, ohne eine Short-Position zu eröffnen oder einen Vermögenswert auf Margin zu leihen. Halter von Bitcoin oder Ethereum nutzen sie defensiv, indem sie Puts als Hedge kaufen, sodass ein scharfer Rückgang ihrer Spot-Bestände durch Gewinne aus der Option ausgeglichen wird, ähnlich einer Portfolioversicherung. Da Kryptopreise stark volatil sind, fallen Put-Prämien im Vergleich zu traditionellen Märkten meist teurer aus, und die Nachfrage nach Abwärtsschutz steigt typischerweise rund um große Futures- und Optionsverfalltermine.