Ein QR-Code macht nicht nur Adressen scanbar, sondern ist ein zweidimensionales Raster aus schwarzen und weißen Quadraten, das etwa hundertmal mehr Daten speichern kann als ein herkömmlicher linearer Barcode, und lässt sich aus fast jedem Winkel sofort auslesen. Das Format wurde 1994 vom Ingenieur Masahiro Hara beim japanischen Unternehmen Denso Wave entwickelt, ursprünglich um Autoteile auf dem Werksgelände eines Toyota-Zulieferers zu verfolgen. Denso Wave entschied sich, das Patent nicht durchzusetzen, was maßgeblich dazu beitrug, dass das Format zu einem kostenlosen, universellen Standard wurde statt zu einem proprietären.
Im Krypto-Bereich codiert ein QR-Code meist eine Wallet-Adresse, doch viele Apps nutzen ein URI-Schema wie Bitcoins BIP21, das die Adresse mit einem Zahlungsbetrag, einer Bezeichnung oder einem Memo bündelt. Durch das Scannen füllt die sendende App das Empfängerfeld automatisch aus, wodurch das Risiko eines Tippfehlers bei einer langen Zeichenfolge entfällt, denn ein einziges falsches Zeichen schickt Geld dauerhaft an die falsche Adresse.
QR-Codes tauchen überall im Kryptobereich auf: Börsen zeigen sie für Einzahlungen, Kassensysteme nutzen sie für Zahlungen an Händler, und Hardware-Wallets zeigen sie an, um eine öffentliche Adresse zu teilen, ohne das Gerät über USB oder Bluetooth Schadsoftware auszusetzen. Das Hauptrisiko besteht darin, dass ein Code nur ein Bild zeigt, nicht das Ziel selbst, sodass ein manipulierter oder böswillig erzeugter QR-Code Gelder ebenso leicht umleiten kann wie eine kopierte und eingefügte Adresse. Ein QR-Code sollte niemals einen Private Key oder eine Seed Phrase codieren, da sonst jeder, der ihn scannt, die volle Kontrolle über die Gelder erlangen würde.