Ein Spot-Trade wird sofort abgewickelt: Der Käufer zahlt den aktuellen Marktpreis und erhält den Vermögenswert nahezu augenblicklich auf seinem Konto, während der Verkäufer im Gegenzug Cash oder eine andere Kryptowährung erhält. Es gibt kein Verfallsdatum eines Vertrags, keine Zusage, zu einem künftigen Zeitpunkt zu handeln, und kein geliehenes Kapital, sondern lediglich einen direkten Tausch eines Assets gegen ein anderes zum aktuellen Preis.
An einer zentralisierten Exchange werden Spot-Trades über ein Orderbuch zusammengeführt: Eine Market Order wird sofort zum bestmöglichen verfügbaren Preis ausgeführt, während eine Limit Order wartet, bis der Markt den vom Trader festgelegten Preis erreicht. Die Exchange berechnet dabei pro Ausführung eine kleine Maker- oder Taker-Gebühr. Bei einer dezentralen Exchange laufen Spot-Trades stattdessen über automatisierte Liquidity Pools statt über ein zugeordnetes Orderbuch, sodass Trader Token direkt aus ihrer eigenen Wallet tauschen können, ohne dass ein Custodian die Mittel verwaltet. Beide Modelle führen zum selben Ergebnis: ein ausgeführter Trade zum (oder sehr nah am) aktuellen Marktpreis.
Im Spot-Handel findet die eigentliche Preisfindung statt, da hier reale Käufer und Verkäufer tatsächliche Vermögenswerte tauschen, statt Derivatekontrakte, die sich lediglich auf einen Preis beziehen. Da kein Leverage eingesetzt wird, sind Verluste auf den investierten Betrag begrenzt und es besteht kein Risiko einer Zwangsliquidation, auch wenn der Trader weiterhin dem vollen Kursrisiko der Coin ausgesetzt ist und bei custodial Exchanges zusätzlich ein Gegenparteirisiko hinsichtlich der verwahrten Mittel trägt. Wer spot kauft, kann seine Coins frei abheben, staken oder übertragen, anders als Inhaber von Futures-Positionen, die lediglich einen Vertrag besitzen.