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Stock-to-Flow model (S2F)

Stock-to-Flow (S2F) ist ein Bewertungsmodell, das die Knappheit eines Assets einschätzt, indem der vorhandene Bestand (die insgesamt bereits im Umlauf befindliche Menge) durch den jährlichen Flow (die jährlich neu hinzukommende Menge) geteilt wird. Ein hoher Wert bedeutet, dass neues Angebot den bestehenden Bestand kaum verändert, das Kennzeichen eines knappen, schwer zu inflationierenden Assets wie Gold.

Der pseudonyme Analyst PlanB wendete diese Kennzahl im März 2019 auf Bitcoin an und argumentierte, dass die programmierten Halvings von Bitcoin, die Ereignisse, bei denen die Mining-Belohnung alle vier Jahre halbiert wird, die S2F-Ratio stetig nach oben treiben und laut seiner Regressionsanalyse eng mit dem historischen Preis korrelierten. Später erweiterte er die Idee zu einer "Cross-Asset"-Version (S2FX), die Bitcoin, Gold und Silber auf einer gemeinsamen Kurve in Knappheitsstufen einteilte.

Während der Bull-Run-Phase 2020-2021 wurde das Modell zu einem der meistzitierten Preismodelle im Kryptobereich, da der Bitcoin-Preis dem prognostizierten Trend eng folgte. Diese Korrelation brach ab Ende 2021 zusammen: PlanBs eigenes Ziel von 100.000 Dollar bis Jahresende sowie spätere sechsstellige "Floor"-Prognosen wurden deutlich verfehlt, und Bitcoin notiert seitdem weit unter der Modellkurve.

Kritiker, darunter Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin, halten S2F für statistisch fehlerhaft: Das Modell ignoriert die Nachfrage vollständig, beruht auf einer Art Zirkelschluss, da der Marktwert aus dem Preis abgeleitet wird, und besteht keine gängigen Kointegrationstests. Die meisten Analysten betrachten S2F heute nur als einen von vielen Knappheitsindikatoren statt als verlässlichen Preisprädiktor, und es wird außerhalb von Bitcoin selten angewendet, da die Vorgaben für maximum supply bei den meisten anderen Assets deutlich weniger starr sind.