Venture Capital funktioniert in der Kryptowelt weitgehend wie klassisches Startup-Investing, nur dass die Gegenleistung selten reines Eigenkapital ist. VC-Firmen sammeln große gepoolte Fonds von institutionellen und vermögenden Investoren ein und stecken dieses Kapital anschließend in Blockchain-Startups der Seed-, Private-Sale- oder Wachstumsphase, im Tausch gegen Unternehmensanteile, vergünstigte Token-Zuteilungen oder beides.
Frühe Krypto-Finanzierungsrunden setzten häufig auf das SAFT (Simple Agreement for Future Tokens), doch aufsichtsrechtliche Prüfungen dieser Struktur, darunter SEC-Maßnahmen gegen Projekte, die SAFTs ausgegeben hatten, drängten die meisten Firmen zu einem Modell aus "SAFE plus Token-Warrant". Dabei kaufen Investoren Eigenkapital am Entwicklungsunternehmen des Projekts und erhalten zusätzlich ein formelbasiertes Recht auf einen Prozentsatz der Token, sobald ein Netzwerk tatsächlich startet. Das sichert den Fonds ab, falls ein Startup sein Produkt ändert oder nie einen Token herausbringt.
Die größten kryptofokussierten Fonds, darunter a16z crypto, Paradigm und Pantera Capital, verwalten mittlerweile Milliarden von Dollar und bestimmen mit, welche Protokolle gebaut werden, indem sie schon in der frühesten, günstigsten Phase auf Gewinner setzen. Ihre Beteiligung kann einem Projekt Glaubwürdigkeit verleihen und Türen zu Börsen und Partnern öffnen, konzentriert aber auch das Token-Angebot bei einer kleinen Gruppe von Insidern, die weit unter einem späteren öffentlichen Preis eingestiegen sind.
- Von VCs gehaltene Token sind meist über ein Token Lockup und einen Vesting-Zeitplan gesperrt, bevor sie verkauft werden können.
- Große Unlock-Termine können den Token-Preis unter Druck setzen, wenn VCs in eine dünne Retail-Liquidität hinein verkaufen.
- Community-Mitglieder verfolgen VC-Zuteilungen oft als Teil der gesamten Tokenomics eines Projekts.
Aufgrund dieser Dynamik wird Privatanlegern empfohlen, die Cap Table und den Unlock-Zeitplan eines Projekts zu prüfen, bevor sie starke VC-Unterstützung automatisch als positives Signal werten.