Ein Vault ist ein selbstausführender Code, der eingezahlte Assets in Verwahrung nimmt und mit ihnen eine vorab festgelegte Reihe von Aktionen durchführt, sodass niemand die Position manuell verwalten muss. Einzahler erhalten in der Regel einen Receipt-Token, der ihren Anteil am Pool repräsentiert und im Wert steigt (oder in der Menge zunimmt), sobald die zugrunde liegende Strategie Erträge erzielt.
Die meisten Yield-Vaults folgen dem ERC-4626-Standard auf Ethereum und EVM-kompatiblen Chains, der festlegt, wie Einzahlungen, Auszahlungen und die Verbuchung von Shares funktionieren, damit verschiedene Vaults und Frontends sicher miteinander verbunden werden können. Ein an den Vault gekoppelter Strategy-Contract leitet die gepoolten Mittel in Kreditmärkte, Liquidity Pools oder Staking-Contracts, sammelt die daraus entstehenden Rewards ein und reinvestiert sie automatisch, ein Prozess, der oft als Auto-Compounding bezeichnet wird. Manche Vaults fahren eine einzige Strategie, andere, teils Curated- oder Allocator-Vaults genannt, verschieben Kapital aktiv zwischen mehreren zugrunde liegenden Protokollen, um die beste risikoadjustierte Rendite zu erzielen.
Vaults existieren, weil das manuelle Verwalten von Yield-Farming-Positionen langsam, gasintensiv und fehleranfällig ist; das Bündeln von Einzahlungen verteilt zudem die Transaktionskosten auf viele Nutzer. Über die Ertragserzielung hinaus bezeichnet der Begriff auch Treasury-Vaults, mit denen DAOs und Protokolle Reserven halten, oft abgesichert durch Multi-Signature-Freigaben oder Timelocks statt einer automatisierten Strategie.
Das Risiko eines Vaults ist mehrschichtig: Nutzer sind nicht nur dem Contract des Vaults selbst ausgesetzt, sondern jedem zugrunde liegenden Protokoll, mit dem dieser interagiert, sodass ein Bug oder Exploit an jeder Stelle dieser Kette eingezahlte Mittel gefährden kann. Das Prüfen von Audit-Historie, Strategietransparenz und Auszahlungsbedingungen vor einer Einzahlung gehört in DeFi zur Standardpraxis.