Technisch funktioniert Yield Farming, indem Token in einen DeFi Smart Contract eingezahlt werden, etwa in einen Kreditmarkt oder einen Liquiditätspool auf einer dezentralen Exchange, im Austausch für eine Rendite, die meist als jährliche Prozentrendite (APY) angegeben wird. Farmer erhalten dabei oft einen Receipt-Token, der ihre Einlage repräsentiert und der anschließend an anderer Stelle erneut eingesetzt werden kann, um zusätzliche Belohnungen zu stapeln, eine Technik, die als "Restaking" oder "Auto-Compounding" bekannt ist.
Die Rendite stammt aus mehreren Quellen gleichzeitig: einem Anteil an den Handelsgebühren, die Trader beim Swap über einen Pool zahlen, Zinsen, die Kreditnehmer auf einem Kreditmarkt zahlen, und auf vielen Plattformen zusätzlichen Ausgaben des protokolleigenen Governance-Tokens. Frühe "DeFi Summer"-Farms im Jahr 2020, ausgelöst durch Projekte wie Compound, die Verleiher und Kreditnehmer mit COMP-Token belohnten, warben kurzzeitig mit APYs von mehreren Hundert oder Tausend Prozent, fast ausschließlich finanziert durch Token-Inflation statt echter wirtschaftlicher Aktivität. Der Markt hat sich seitdem in Richtung "Real Yield" entwickelt, bei dem nachhaltige Renditen durch tatsächliche Gebühreneinnahmen und Kreditnachfrage gedeckt sind statt durch spekulative Emissionen.
Yield Farming birgt erhebliche Risiken. Ein Liquidity Provider, der zwei verschiedene Assets in einen Pool einbringt, kann einen Impermanent Loss erleiden, wenn deren Preise auseinanderlaufen, was die erzielten Gebühren mitunter übersteigt. Smart Contracts können zudem Fehler enthalten oder ausgenutzt werden, und ungewöhnlich hohe beworbene APYs sind ein häufiges Lockmittel bei Rug Pulls. Erfahrene Farmer halten sich daher an auditierte, etablierte Protokolle und streuen ihr Kapital über mehrere Pools, anstatt der höchsten Schlagzeilen-Rendite hinterherzujagen.