Staking bezeichnet das Sperren von Kryptowährung in einem Proof of Stake (PoS) Netzwerk, um dessen Sicherheit zu unterstützen und im Gegenzug einen Anteil an neu ausgegebenen Coins oder Transaktionsgebühren zu erhalten. Statt wie beim Bitcoin-Mining um Rechenleistung zu konkurrieren, setzen Staker Kapital aufs Spiel: Das Netzwerk wählt Teilnehmer aus, die Blocks vorschlagen und bestätigen, ungefähr proportional zur Höhe ihres Einsatzes, wobei größere oder länger gebundene Einsätze häufiger ausgewählt werden.
Es gibt mehrere Möglichkeiten zur Teilnahme. Solo-Staking bedeutet, dass man selbst eine Validator-Node betreibt und die volle Belohnung erhält, doch viele Chains verlangen einen hohen Mindestbetrag, Ethereum etwa 32 ETH, weshalb sich die meisten Privatanleger stattdessen einem Staking-Pool anschließen, ein Delegated-Staking-System nutzen oder sich für Liquid Staking entscheiden, bei dem ein Protokoll ein handelbares Empfangstoken ausgibt, das die gesperrten Coins repräsentiert, sodass das Kapital nicht vollständig ungenutzt bleibt. Auch zentralisierte Exchanges bieten custodial Staking an, wobei man etwas Rendite gegen Komfort eintauscht.
Belohnungen werden im gestakten Asset selbst ausgezahlt, weshalb eine steigende jährliche Rendite (APY) nicht vor einem fallenden Tokenpreis schützt. Validatoren, die offline gehen oder widersprüchliche Blocks bestätigen, können per Slashing bestraft werden und einen Teil ihres Einsatzes verlieren, weshalb die Wahl eines zuverlässigen Validators oder Pools entscheidend ist. Die meisten Netzwerke sehen zudem eine Unbonding-Periode vor, bevor gestakte Coins und Belohnungen abgehoben werden können, die je nach Chain von sofort bis zu mehreren Wochen reicht.
Indem es energieintensives Mining durch Kapitalbindung ersetzt, bildet Staking die Grundlage der Sicherheit großer Netzwerke wie Ethereum und ist zu einem zentralen Baustein der On-Chain-Finanzwelt geworden, der direkt in DeFi-Strategien wie Yield Farming einfließt.