Marktkapitalisierung: 24h Vol: BTC: BTC Dom:
Gold: S&P 500: EUR/USD: Öl (BRENT):

VASP (Virtual Asset Service Provider)

Ein Virtual Asset Service Provider (VASP) ist ein Unternehmen, das gewerbsmäßig Krypto-Assets für Kunden handelt, überträgt oder verwahrt und sich deshalb bei Aufsichtsbehörden registrieren und Regeln zur Bekämpfung von Finanzkriminalität einhalten muss. Die Kategorie wurde von der Financial Action Task Force (FATF) geschaffen, dem globalen Standardsetzer für Geldwäschebekämpfung, und 2019 in ihrer Leitlinie zu virtuellen Vermögenswerten formalisiert.

Die FATF definiert einen VASP anhand von fünf Tätigkeiten, die im Auftrag Dritter ausgeführt werden:

  • Tausch von virtuellen Vermögenswerten gegen Fiat-Währung
  • Tausch zwischen verschiedenen virtuellen Vermögenswerten
  • Übertragung virtueller Vermögenswerte
  • Verwahrung oder Verwaltung virtueller Vermögenswerte oder der Instrumente, die Kontrolle darüber verschaffen
  • Erbringung von Finanzdienstleistungen im Zusammenhang mit dem Angebot oder Verkauf eines virtuellen Vermögenswerts durch einen Emittenten

In der Praxis fallen darunter zentralisierte Exchanges wie Bitstamp, Anbieter von Custodial Wallets sowie viele OTC-Desks und Broker. Miner, Entwickler von Self-Custody-Software und vollständig dezentrale Protokolle liegen in der Regel außerhalb der Definition, wobei Aufsichtsbehörden zunehmend prüfen, wie dezentral ein Projekt tatsächlich ist, bevor sie es ausnehmen.

Die Einstufung als VASP bringt konkrete Pflichten mit sich: den Erwerb einer Lizenz oder Registrierung, die Verifizierung von Kunden über KYC, den Betrieb von Programmen zur Geldwäschebekämpfung und zur Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung (AML/CFT) sowie die Einhaltung der Travel Rule, die verlangt, dass Angaben zu Absender und Empfänger geteilt werden, wenn Krypto zwischen Anbietern bewegt wird. Rechtsräume passen den Begriff an ihr eigenes Recht an: Die EU-Verordnung MiCA verwendet das gleichwertige Label CASP (Crypto-Asset Service Provider), während die VARA in Dubai Unternehmen direkt als VASP lizenziert.

Für Nutzer bedeutet der Umgang mit einem lizenzierten VASP, dass die Gegenpartei reguliert und beaufsichtigt wird, aber auch, dass Identitätsprüfungen stattfinden und Transaktionsdaten an Behörden weitergegeben werden. Das Konzept ist eng mit Verwahrung (Custody) und KYC verknüpft, zwei Begriffen, die es zu verstehen lohnt, bevor entschieden wird, wo Krypto aufbewahrt wird.

Verwandte Artikel