Eine wire transfer (Überweisung) bewegt Geld direkt zwischen Bankkonten über ein Nachrichten- und Abwicklungsnetzwerk, statt physisch Bargeld zu transportieren. In der Praxis weist eine Bank eine andere an, einem Empfänger einen Betrag gutzuschreiben, über Systeme wie SWIFT für grenzüberschreitende Zahlungen, Fedwire für inländische US-Überweisungen oder SEPA für Euro-Zahlungen innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums.
Geschwindigkeit und Kosten hängen stark vom genutzten Netzwerk ab. Eine inländische Überweisung ist oft noch am selben Bankarbeitstag verbucht, während eine internationale SWIFT-Überweisung ein bis fünf Werktage dauern kann, da sie mehrere Korrespondenzbanken durchläuft, von denen jede eigene Gebühren abziehen kann. SEPA-Überweisungen innerhalb der EU sind in der Regel kostenlos oder günstig, und das neuere SEPA-Instant-Verfahren wickelt viele Euro-Zahlungen mittlerweile rund um die Uhr in unter zehn Sekunden ab. Grenzüberschreitende Überweisungen kosten dagegen meist etwa zwanzig bis fünfundvierzig Dollar pro Transaktion.
Im Krypto-Bereich ist die wire transfer der wichtigste Weg, um größere Summen an fiat auf eine centralized exchange zu bringen oder von dort abzuziehen, besonders bei Beträgen, die für Kartenzahlungen oder Instant-Überweisungen zu groß sind. Da eine Überweisung stets über regulierte Banken läuft, löst sie auch die üblichen Know Your Customer- und Geldwäscheprüfungen aus. Genau diese Abhängigkeit von Zwischenhändlern sollten Kryptowährungsüberweisungen überflüssig machen: Eine Blockchain-Transaktion wird peer-to-peer abgewickelt, ohne Bank dazwischen, tauscht diesen Komfort aber gegen die Kursvolatilität und Unwiderruflichkeitsrisiken ein, die eine wire transfer nicht kennt.