Trotz des Namens ist ein Bitcoin ATM nicht mit einem Bankkonto verbunden und gibt kein Bargeld aus wie ein gewöhnlicher Geldautomat. Es handelt sich um einen eigenständigen Kiosk, meist betrieben von einem privaten Krypto-Unternehmen, an dem ein Kunde Bargeld (oder seltener eine Debitkarte) einführt und im Gegenzug eine kleine Menge Bitcoin (BTC) oder eine andere unterstützte Coin direkt an eine gescannte Wallet-Adresse geschickt bekommt, oder umgekehrt Krypto gegen Fiat-Geld verkauft.
Die meisten Kiosks weltweit sind "nur Kauf": Ein Nutzer steckt Bargeld ein, scannt einen Wallet-QR-Code, und die Coins treffen on-chain ein, sobald das Netzwerk die Transaktion bestätigt hat, in der Regel innerhalb einer halben Stunde. Two-Way-Geräte, an denen Nutzer auch Krypto gegen Bargeld verkaufen können, existieren, sind aber deutlich seltener, und sie halten die Auszahlung meist zurück, bis mindestens eine Bestätigung vorliegt.
Der Komfort hat seinen Preis. Betreiber schlagen einen Aufschlag auf den angezeigten Wechselkurs auf, oft einen Spread von einem hohen einstelligen Prozentsatz bis zu zwanzig Prozent, je nach Gerät und Standort, zusätzlich zu festen Service- und Netzwerkgebühren. Das liegt deutlich über den Kosten einer gängigen Online-Exchange, weshalb sich ein Bitcoin ATM vor allem für kleine, gelegentliche Umwandlungen von Bargeld in Krypto eignet und nicht für regelmäßigen Handel.
Die Regulierung wurde verschärft, während sich das Wachstum bei neuen Aufstellungen verlangsamt hat. Betreiber verlangen zunehmend einen Lichtbildausweis und setzen tägliche Kauflimits, und mehrere Rechtsordnungen haben Transaktionsgrößen gedeckelt oder neue Lizenzen pausiert, nachdem eine Betrugswelle Opfer traf: Betrüger, die sich als Behördenvertreter oder technischen Support ausgaben, drängten Opfer dazu, Bargeld in eine nahegelegene Maschine zu stecken. Wer von einem unbekannten Anrufer zu einem Bitcoin ATM geschickt wird, sollte das als ernstes Warnsignal werten.