Marktkapitalisierung: 24h Vol: BTC: BTC Dom:
Gold: S&P 500: EUR/USD: Öl (BRENT):

Nick Szabo

Nick Szabo ist ein amerikanischer Informatiker und Rechtswissenschaftler, dessen Schriften aus den 1990er Jahren einen Großteil des konzeptuellen Fundaments für moderne Blockchain-Systeme legten. Er studierte Informatik an der University of Washington und später Jura an der George Washington University und verband beide Disziplinen zu der Idee, dass Vertragslogik direkt in Software verankert werden kann, statt ausschließlich durch Gerichte und Mittelspersonen durchgesetzt zu werden.

In einem Essay von 1994 prägte Szabo den Begriff "Smart Contract" und beschrieb selbstausführende digitale Vereinbarungen, die ihre Bedingungen automatisch erfüllen, sobald zuvor festgelegte Kriterien erreicht sind. Als anschauliches Beispiel nutzte er den Verkaufsautomaten: Er nimmt Zahlung entgegen und gibt ein Produkt aus, ganz ohne menschlichen Vermittler, ein Modell, von dem er annahm, dass es sich auf weitaus komplexere finanzielle und rechtliche Konstruktionen übertragen ließe.

1998 schlug er "Bit Gold" vor, ein Konzept für eine dezentrale digitale Währung auf Basis von Proof of Work, kryptografischen Zeitstempeln und einem verteilten Eigentumsregister, um Doppelausgaben zu verhindern, alles ohne zentrale Ausgabestelle. Bit Gold wurde nie umgesetzt, doch seine Architektur nahm die ein Jahrzehnt später eingeführte Bitcoin auffällig vorweg, und Satoshi Nakamoto selbst nannte es als Einfluss.

Aufgrund dieser Überschneidungen gilt Szabo seit Langem als einer der meistdiskutierten Kandidaten für Nakamotos wahre Identität, eine These, die durch einige linguistische Analysen seines Schreibstils gestützt, von Szabo selbst aber stets bestritten wird. Er war in den 1990er Jahren zudem Teil der Cypherpunk-Bewegung, deren Fokus auf Privatsphäre und kryptografisches Vertrauen das frühe Denken hinter Bitcoin und dem breiteren Decentralized-Finance-Ökosystem mitprägte, das später auf seinem Smart-Contract-Konzept aufbaute.