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Selfish Mining

Selfish Mining nutzt eine subtile Schwäche darin aus, wie ein Proof-of-Work-Netzwerk konkurrierende Chains bewertet: Nodes akzeptieren die längste gültige Chain, ohne zu prüfen, wie oder wann ihre Blocks tatsächlich gefunden wurden. Ein Angreifer, der einen Block zurückhält, statt ihn sofort zu broadcasten, kann heimlich einen privaten Vorsprung aufbauen und ihn genau dann enthüllen, wenn er ehrlichen Konkurrenten den größten Schaden zufügt.

Die Strategie wurde 2013 von den Forschern Ittay Eyal und Emin Gun Sirer im Paper "Majority is not Enough" formalisiert, das zeigte, dass das Bitcoin-Protokoll weniger incentive-compatible war als allgemein angenommen. Ihr Modell teilt das Netzwerk in eine ehrliche Mehrheit und einen selfish pool, der einen Teil der gesamten Hash Rate kontrolliert. Je nachdem, wie gut sich die Blocks des Angreifers im Vergleich zu ehrlichen Blocks verbreiten, kann ein Pool mit etwa 25 bis 33 Prozent der Netzwerkleistung mehr verdienen als beim ehrlichen Mining, deutlich unter den 51 Prozent, die üblicherweise als nötig gelten, um eine Chain zu manipulieren.

Neben dem direkten Gewinn warnten die Autoren des Papers, dass Selfish Mining eine zentralisierende Rückkopplung erzeugt: rationale Miner werden vom profitableren selfish pool angezogen, wodurch dieser näher an die Mehrheitskontrolle rückt. Diese Sorge wurde 2014 konkret, als der Bitcoin-Pool GHash.io kurzzeitig 40 bis 50 Prozent der Netzwerk-Hash-Rate überschritt, woraufhin einige Miner den Pool aus Sorge um die Dezentralisierung freiwillig verließen.

In der Praxis bleibt Selfish Mining größtenteils theoretisch, da eine dauerhafte Durchführung Reputationsschäden riskiert und präzises Timing erfordert. Dennoch verdeutlicht es, warum die Konzentration von Hash Power bei wenigen Pools als strukturelles Risiko für die Sicherheit von Proof-of-Work gilt.